Mit der Genehmigung einer vierten Pfarrstelle für die Kirchengemeinde Gettorf durch das Landeskirchenamt am 16.12.1963 nahm die Planung für den Bau eines Gemeindezentrums in Osdorf, mit Kirche, Gemeinderäumen und Pastorat ihren Anfang. Am 1. Advent 1967 wurde die "Vater-Unser-Kirche" zu Osdorf geweiht. Dieses geschah durch Herrn Propst Hach, Eckernförde. Zwischenstationen waren zunächst die Grundsteinlegung am 5.10.1966, das Richtfest am 23.6.1967, der Glockenguß durch die Firma Rincker in Sinn/Dillkreis am 7.7.1967, zu dem eine Abordnung von 7 Personen gefahren war und die feierliche Einholung der Glocken im Festzug durch Osdorf am 7. 9.1967. Zum Aufrichten des 27 m hohen Turm-Stahlgerüsts wurde ein schwerer Kran hinzugezogen, der den Turm an den Haken nahm und ihn auf das vorbereitete Zementbett stellte - leider etwas schief, mit einer Neigung von ca. 20 cm nach Westen, wie sich erst zu spät herausstellte. Das muß die Tochter von der Mutter geerbt haben: denn auch der Gettorfer Kirchturm zeigt eine Neigung nach Westen.

 

Bis 1978 war die Kirchengemeinde immer noch der 4. Pfarrbezirk von Gettorf, nun aber wurde die Gemeinde selbständig mit eigenem Kirchenvorstand sowie Finanzhaushalt.

 

Die in Kreuzform errichtete Kirche bietet dem Betrachter von außen in der grünen Einbettung ein freundliches Bild, innen fällt zuallererst das bunte Rundfenster über dem Altar auf, welches das Gleichnis vom <<Verlorenen Sohn>> darstellt. Die blaue Mantelfarbe des Vaters will auf den Himmel hinweisen, die grüne Kleidfarbe des Sohnes auf die Erde - beide sich umarmende Gestalten sind von roten Strahlen umgeben, welche die Liebe des Vaters versinnbildlichen, der den heimgekehrten, vor ihm knieenden Sohn aufhebt. Dieses lebendige Glasfenster wurde von der Gräfin Hohenthal aus Litzdorf in Bayern entworfen und auch hergestellt. Von ihr stammen auch die bronzenen Leuchter und die roten Antependien, sowie der Kruzifix und der schwere Taufleuchter aus Bronze.

 

Auffallend ist der hellbraune Holzfußboden, der aus 6 cm dicken Hirnholz-Klötzen von bayerischen Fichten besteht und durch die Tränkung in sich noch hell und dunkel gemustert ist. Das bringt Leben in die Fläche. Der Raum ist sehr gut zur Sammlung und Andacht geeignet. Ostern 1971 wurde die zweimanualige, mit 13 Registern versehene Beckerorgel geweiht. Die Bänke sind in einem Drittel rund um den Altarraum gruppiert, dem Raum sich anpassend, ein großes Westfenster ließ ursprünglich genügend Licht in den Kirchenraum herein.

 

In einer Sturmnacht im Winter 1978/79 wurde dieses Fenster eingedrückt. Daraufhin beschloß man, ein neues, kunstvolles Fenster anfertigen zu lassen, ebenfalls durch die Gräfin Hohenstein.

 

Es stellt das <<Himmlische Jerusalem>> dar: Im oberen Drittel steht das Lamm auf einem Hügel über erleuchteten Häusern der Stadt. Die vom Lamm ausgehenden weiß-gelben Strahlen gehen anfangs vom Zentrum aus und breiten sich dann wellenförmig aus. Am 22.7.1979 wurde das neue Fenster eingeweiht.

 

Vorher, am 14. 11. 1976, wurden im Vorraum der Kirche 3 bronzene Gedenktafeln mit den Gefallenen der beiden Weltkriege aus Osdorf, Felm und Lindhöft angebracht, die auch von der Fa. Rincker gegossen wurden.

 

Insgesamt ist die Kirche gut geeignet für verschiedenartige Gottesdienstformen, durch ihre schlichte und einladende Ausstrahlung wird sie gerne sowohl für Kinder-, Familien-, Jugend- und traditionelle Gottesdienste angenommen.

 

Im Jahre 1999 bekam der Kirchenkreis Eckernförde durch Vermittlung von Propst Kammholz eine Schenkung verschiedener Kunstwerke des Künstlers Ferdinand Thomsen aus Schorndorf bei Stuttgart, u.a. auch die Statue „Die Bergpredigt der 8 Seligpreisungen“. Die Kirchengemeinde Osdorf-Felm-Lindhöft bekam diese schöne Statue zugesprochen, und nachdem ein Sockel entsprechend dem des Taufbeckens gebaut wurde, wurde das Kunstwerk beim Kirchenweihfest am 1. Advent 1999 eingeweiht.

 

Im Zuge dieser Verschönerungsaktion haben die Senioren unserer Gemeinde für insgesamt 3 neue Leuchter gesammelt, die jetzt den Altarraum schmücken bzw. die Statue umrahmen.